Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit): Unsere Tipps


Dr. med. Marie Vogel
Ärztin
Letzte Änderung: 01. Juni 2026
Diabetes mellitus (auch bekannt als “Zuckerkrankkeit”) ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Dabei handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist. Ursache ist eine Störung der Insulinwirkung – entweder wird zu wenig Insulin produziert oder das Insulin kann im Körper nicht mehr ausreichend wirken.
Für viele Betroffene entwickelt sich Diabetes schleichend und bleibt lange unbemerkt. Gleichzeitig kann ein dauerhaft erhöhter Blutzucker unbehandelt zu ernsthaften Folgeerkrankungen führen. Umso wichtiger ist es, frühzeitig informiert zu sein, Warnzeichen zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Regelmäßige Kontrollen sind ein wichtiger Bestandteil der Diabetesvorsorge. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin in unserer Praxis.
Was ist Diabetes mellitus?
Diabetes mellitus bezeichnet eine chronische Störung des Zuckerstoffwechsels. Im Mittelpunkt steht das Hormon Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Insulin sorgt dafür, dass Zucker aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen wird, wo er als Energiequelle dient. Ist diese Regulation gestört, bleibt zu viel Zucker im Blut.
Man unterscheidet verschiedene Formen des Diabetes:
- Diabetes Typ 1 entsteht meist im Kindes- oder Jugendalter. Das körpereigene Immunsystem zerstört dabei die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Betroffene sind lebenslang auf eine Insulintherapie angewiesen.
- Diabetes Typ 2 ist die mit Abstand häufigste Form. Hier reagiert der Körper zunehmend unempfindlich auf Insulin (Insulinresistenz), gleichzeitig nimmt die Insulinproduktion im Verlauf ab. Typ-2-Diabetes entwickelt sich meist über Jahre und ist eng mit Lebensstilfaktoren verbunden.
- Gestationsdiabetes (auch “Schwangerschaftsdiabetes”) tritt erstmals während der Schwangerschaft auf. In den meisten Fällen normalisieren sich die Blutzuckerwerte nach der Geburt wieder, allerdings besteht ein erhöhtes Risiko, später an Typ-2-Diabetes zu erkranken.
Daneben gibt es seltenere Sonderformen, etwa infolge anderer Erkrankungen oder bestimmter Medikamente.
Symptome früh erkennen – wann sollte ich zum Arzt gehen?
Gerade zu Beginn verursacht Diabetes häufig nur unspezifische Beschwerden. Typische Anzeichen können sein:
- vermehrter Durst
- häufiges Wasserlassen
- Müdigkeit und Leistungsknick
- ungewollter Gewichtsverlust
- trockene Haut oder Juckreiz
- erhöhte Infektanfälligkeit
Viele Menschen führen diese Symptome zunächst auf Stress oder das Älterwerden zurück. Bleiben die Beschwerden bestehen oder treten mehrere gleichzeitig auf, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Eine frühzeitige Diagnose kann helfen, Folgeschäden zu vermeiden.

Risiken & Komplikationen: Warum gute Blutzuckerkontrolle wichtig ist
Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker kann Blutgefäße und Nerven schädigen. Zu den möglichen Folgeerkrankungen zählen unter anderem:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall
- Nervenschäden mit Gefühlsstörungen, vor allem an Füßen und Händen
- Augenerkrankungen bis hin zur Sehverschlechterung
- Nierenschäden mit langfristigen Auswirkungen auf die Nierenfunktion
Diese Komplikationen entstehen meist über Jahre. Eine gute Blutzuckereinstellung, regelmäßige Kontrollen und die Behandlung weiterer Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder erhöhter Cholesterinwerte sind zentrale Bestandteile der Diabetesversorgung.
Prävention & Risikofaktoren: Wie Sie Typ-2-Diabetes vorbeugen können
Zu den wichtigsten Risikofaktoren für einen Typ-2-Diabetes gehören Übergewicht, Bewegungsmangel und eine familiäre Vorbelastung. Auch Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und zunehmendes Lebensalter spielen eine Rolle.
Viele dieser Faktoren lassen sich positiv beeinflussen. Leitlinien empfehlen insbesondere:
- eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung
- regelmäßige körperliche Aktivität
- eine nachhaltige Gewichtsreduktion bei Übergewicht
Schon moderate Veränderungen im Alltag können das Risiko deutlich senken oder den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen.
Diagnose und Tests: was bedeuten die Untersuchungen?
Die Diagnose eines Diabetes erfolgt über Blutuntersuchungen. Zu den wichtigsten Tests zählen:
- Nüchternblutzucker zeigt, wie gut der Körper den Blutzucker ohne Einfluss von Nahrung reguliert und ist deshalb ein wichtiger erster Hinweis darauf, ob eine Störung des Zuckerstoffwechsels vorliegt.
- HbA1c-Wert, ist der Wert, der den durchschnittlichen Blutzucker der letzten 8–12 Wochen widerspiegelt.
- Oraler Glukosetoleranztest (oGTT) ist ein genauerer Test, der bei unklaren Befunden oder in der Schwangerschaft herangezogen wird.
Getestet wird bei typischen Symptomen, im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen oder bei Vorliegen von Risikofaktoren. Ihr Hausarzt, oder Ihre Hausärztin oder Ihr behandelnder Diabetologe bzw. Ihre Diabetologin bespricht die Ergebnisse mit Ihnen und erklärt, welche Bedeutung die Werte für Ihre Gesundheit haben.
Behandlung & Selbstmanagement
Die Behandlung des Diabetes richtet sich nach der Diabetesform, dem Krankheitsstadium und individuellen Faktoren. Grundpfeiler der Therapie sind:
- Anpassung von Ernährung und Bewegung
- Schulung und aktive Einbindung der Betroffenen
- bei Bedarf medikamentöse Therapie, z. B. Tabletten oder Insulin
Ein wichtiger Bestandteil ist das Selbstmanagement: Dazu gehören regelmäßige Blutzuckermessungen, das Führen eines Tagebuchs und – wenn gewünscht – die Nutzung digitaler Hilfsmittel. Ziel ist es, den Alltag möglichst selbstbestimmt und sicher zu gestalten.
Mehr Tipps und individuelle Empfehlungen erhalten Sie im persönlichen Gespräch mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarztin unserer Praxis.
Unser Tipp: Wie messe ich meinen Blutzucker richtig?
Für zuverlässige Blutzuckerwerte ist die richtige Messung wichtig. Waschen Sie sich vor der Messung die Hände mit warmem Wasser und trocknen Sie sie gut ab – Zuckerrückstände an den Fingern können das Ergebnis verfälschen. Stechen Sie seitlich in die Fingerkuppe und nicht direkt in die Mitte, das ist meist weniger schmerzhaft.
Messen Sie den Blutzucker zu den mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vereinbarten Zeiten, zum Beispiel nüchtern am Morgen oder vor und nach den Mahlzeiten. Notieren Sie die Werte oder speichern Sie sie im Messgerät oder in einer App. Bringen Sie die Aufzeichnungen zu Ihren Kontrollterminen mit – sie helfen uns, Ihre Therapie optimal anzupassen. Sollten Sie fragen zur richtigen Messung haben, stehen wir Ihnen gerne in unserer Sprechstunde oder falls möglich im Rahmen einer Diabetesschulung zur Seite!
Weiterführende Informationen
Weiterführende seriöse und geprüfte Informationen finden Sie unter anderem hier:
- Nationale Versorgungs Leitlinie Diabetes Typ 2: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/nvl-001